|
|
Die KosmologieAusschnitt aus dem VortragWir haben bereits die grobe Struktur unseres Kosmos kennengelernt, sind
von unserer kosmischen Nachbarschaft, dem Sonnensystem, beginnend die Strukturen
durchgegangen bis zu den "Superhaufen". Diese Superhaufen haben schon unvorstellbare
Ausmaße von -zig Millionen Lichtjahren - in Metern ausgedrückt
wäre das 10 Billiarden Meter aufwärts. Aber diese Struktur ist
noch nicht die größte. Unser Universum ist nämlich ein
Schweizer Käse - oder ist zumindest so aufgebaut. Die Haufen sind
nämlich nicht einfach per Zufall angeordnet - eine hier, eine dort
- sondern ziemlich gleichmäßig. Nur daß eben zwischen
den Superhaufen sich riesige Leerräume in Blasenform befinden. Sehr
schön zu erkennen ist das auf dieser Karte (auch in diesem Projektbericht
abgedruckt). Sie stellt einen Querschnitt durch einen kleinen Teil unseres
Universums dar, aber man kann trotzdem schon sehr schön die riesigen,
blasenförmigen Leerräume sehen.
Wenn man von solch riesigen Strukturen hört, dann kommt natürlich
auch irgendwann einmal die Frage auf, wie das alles entstanden sein könnte.
Wie können sich solche Strukturen wie Galaxien, Superhaufen und schließlich
die Blasenstruktur bilden?
Nach dieser Urknall-Theorie gab es vor ungefähr 30 Milliarden Jahren
noch kein Universum, keine Galaxien, keine Sterne - es gab nichts. Dann,
eben vor etwa 30 Milliarden Jahren, ereignete sich plötzlich die gewaltigste
Explosion, die man sich überhaupt vorstellen kann. Damals, zu dem
Zeitpunkt, den wir URKNALL nennen, explodierte nämlich die gesamte
Materie unseres Universums, die ganze Masse, die wir heute sehen können,
von einem winzig kleinen Punkt aus, und der Kosmos begann, sich auszudehnen.
Die Frage, die wir uns zuerst gestellt haben, ist aber damit noch nicht
beantwortet, nämlich wie solche großen Strukturen entstehen
können. Nun, wenn sich in der Ursuppe, wie die Masse beim Urknall
auch genannt wird, kleine Unregelmäßigkeiten befunden haben,
dann werden diese natürlich vergrößert, wenn sich die gesamte
Materie ausdehnt, und so könnten die Strukturen entstanden sein, die
wir heute beobachten. Hier, auf dieser Folie ist dieser Ablauf in zeitlicher
Reihenfolge dargestellt. Das erste Bild zeigt die Situation kurz nach dem
Urknall, das Universum ist noch sehr klein, die Unregelmäßigkeiten
dementsprechend natürlich auch. mit fortschreitender Expansion - also
Ausdehnung - nimmt die Größe des Universums zu und damit auch
die Größe der Unregelmäßigkeiten. Dies geht so fort,
bis die heutigen Ausdehnungen erreicht sind.
Beim Urknall war also gewaltig viel Masse in einem Punkt konzentriert und wurde dann durch eine gewaltige Explosion weggeschleudert. Jetzt drehen wir das einfach einmal um: Wir nehmen viel Masse und lassen diese in einen Punkt zusammenstürzen. Das mag vielleicht absurd klingen, und im Alltag ist das auch. Wenn ich eine Kaffeetasse auf den Boden werfe, dann habe ich Scherben. Jetzt kann ich auch nicht einfach sagen: "So, jetzt drehe ich das alles um. Ich nehme die Scherben und will wieder die unzerbrochene Kaffeetasse." - Das funktioniert nicht. Hat sicherlich jeder von euch schon einmal miterlebt. In der Physik ist es allerdings bei ganz bestimmten Vorgängen möglich, sie umzudrehen - so auch hier. Wir nehmen also Materie und lassen sie in einem Punkt zusammenstürzen. Was dann entsteht, ist ein von vielen Science-Fiction Romanen und Filmen vielleicht schon bekanntes "Schwarzes Loch". Zugegebenermaßen, der Name ist etwas irreführend. Denn ein schwarzes Loch ist nicht ein Loch, also ein "Nichts", mit schwarzer Farbe, sondern ein gewaltiges "Etwas", das keine Farbe besitzt, da man es nicht sehen kann. Dies kommt daher, daß schwarze Löcher so eine große Anziehungskraft haben, daß sie alles - sogar das Licht - anziehen und es nicht von ihnen weglassen. Und deshalb kann man sie auch nicht sehen. Hier auf der Folie habe ich wieder den zeitlichen Ablauf dieses Vorganges
aufgezeichnet: Zu Beginn ist alles normal, doch wenn sich die Materie weiter
und weiter zusammenzieht, dann wird dadurch die Dichte größer
und dementsprechend auch die Gravitation. Wenn die Gravitation so stark
wird, daß selbst das Licht angezogen wird - und dafür braucht's
wirklich eine enorm große Gravitation - , dann ist unser "schwarzes
Loch" geboren. Es ist nun fast unendlich klein, und das gibt den Kosmologen
heute sehr zu schwitzen. Bei solchen Unendlichkeiten versagen nämlich
all unsere Naturgesetze. Die ganzen Formeln, die ihr in Physik lernt, gelten
alle nicht - ein sympathischer Augenblick für alle Schüler.
Schwarze Löcher werden besonders in Science-Fiction Serien als
Tore zu fremden Galaxien und sogar zu fremden Universen ausgeschlachtet.
Das sind sie jedoch keinesfalls. Vielmehr sind sie einfach gewaltige Ansammlungen
von Materie, von denen einfach das Licht nicht mehr wegkommt - deshalb
die vielen "Mythen" um schwarze Löcher.
|