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RaumfahrtAusschnitt aus unserem VortragDoch der Reihe nach: Wie ist die Raumfahrt überhaupt entstanden?
- Es gibt drei bedeutende Männer, die Anfang unseres Jahrhunderts
ganz entscheidende Arbeiten geliefert haben - theoretische natürlich.
Das war zum einen der Russe Konstantin Edoardowitsch Ziolkowski, zum zweiten
der Amerikaner James Goddard und zum dritten ein gewisser Hermann Oberth.
Oberth war Österreicher - zumindest seiner Abstammung nach. Geboren
wurde er im rumänischen Siebenbürgen, und da dieses Gebiet damals
zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte, kann man Oberth
durchaus als Österreicher bezeichnen (dann haben wir wenigstens EINEN
berühmten Raumfahrtpionier im Lande...!). Alle drei machten sich Gedanken
über "Reisen in den Weltenraume", aber sie wurden zur damaligen Zeit
als Phantasten abgetan. Ihre Arbeiten sind noch heute gültig und bedeutend...
Es war jedoch ein ganz anderer Mann, der der Raumfahrt in ihre Startstiefel verholfen hat, der die Entwicklung vorantrieb. Ein Mann, den wir heute nicht unbedingt mit Raumfahrt in Verbindung bringen würden: Adolf Hitler. Er gab nämlich im Jahre '39 die Order, eine Rakete zu entwickeln, weil er erkannt hatte, daß man damit weit "effektiver" sein könnte als z.B. mit Flugzeugen. Natürlich ist mir bewußt, daß Hitler keineswegs friedliche Absichten verfolgte... Trotzdem muß man ganz wertfrei sagen, daß er indirekt die Entwicklung der späteren Raumfahrt beschleunigte. Der Mann, der die geforderte Rakete bauen sollte, war ein gewisser Wernher
von Braun. Er und sein Ingenieursteam machten sich nahe der deutschen Stadt
Peenemünde an die Arbeit - und schufen die allererste Großrakete
der Welt: die V2 oder A4 (V2 stand für Vergeltungswaffe 2, A4 für
Aggregat 4). Und das, was ihr hier auf dem Bild hinter mir seht, ist eben
diese Großrakete. Na ja, "Großrakete" ist gut... Vierzehn Meter
hoch war sie, die V2 - das ist im Vergleich zu dem, was vor ihr "auf dem
Markt" war, natürlich gewaltig, im Vergleich zu dem, was nachher noch
kommen sollte, winzig klein. Ursprünglich hatte die V2 Sprengstoff
geladen, und vor allem in den letzten Kriegsjahren wurden etliche Raketen
auf England abgefeuert. Als Hitlerdeutschland kapitulieren mußte,
wurden alle verbleibenden Exemplare der V2 nach Amerika gekarrt - und nicht
nur die, sondern auch gleich Wernher von Braun mit seinem Team. Ohne diese
Leute hätten die Amerikaner sicherlich nicht DEN späteren Erfolg
in der Raumfahrt gehabt, der sie zur führenden Nation werden ließ.
All diese Hochtechnologie, das, was wir heute schon automatisch mit Amerika
identifizieren, hat also entscheidende Wurzeln (auch) in Deutschland und
Österreich, das muß einmal gesagt werden...!
Aus dem Jahre 1946 jetzt ein großer Sprung ins Jahr 1969: Mondlandung. Eines der wohl größten Abenteuer der Geschichte war Wirklichkeit geworden. Selbstverständlich hat auch dieses Apollo-Mondlandeprogramm seine Kritiker, vielleicht in gewisser Weise berechtigt. Aber über die rein finanzielle und wissenschaftlich Seite hinaus war Apollo eine Erweiterung des menschlichen Horizontes, wenn ich so sagen darf. Zum Erfolg der Mondlandung entscheidend beigetragen hat die "Mondrakete" Saturn V, ihr seht sie auf diesem Dia. Saturn V war und ist die größte Rakete, die je gebaut wurde
(nicht die stärkste, aber die größte...). Sie ist die zweite
Meisterleistung Wernher von Brauns. - Denn, abgesehen von der zerstörerischen
Wirkung der V2, war auch diese Rakete ein Wunderwerk. Man muß sich
vorstellen, daß von Braun die V2 fast ohne jede Pläne und Vorlagen
gebaut hat! Er konnte sich ja auf nichts stützen, weil es so etwas
noch nie gegeben hatte! So gesehen ist also auch die V2 eine großartige
Erfindung gewesen. - Zurück aber zur Saturn V, der Mondrakete. 113
Meter hoch war sie, hunderte Tonnen schwer. Dabei war der Platz für
die Astronauten denkbar winzig: Hier oben, dieser kleine Kegel, das war
die eigentliche Apollo-Kapsel, in der die Astronauten eng nebeneinander
lagen (Wir werden das gleich sehen!). Darunter kam dann ein kurzer Versorgungsteil,
anschließend die Mondlandefähre, und von da an abwärts
Treibstoff, Treibstoff, Treibstoff und nochmals Treibstoff - nicht umsonst
werden Raketen oft als fliegende Bomben bezeichnet! Im nächsten Bild,
da machen wir nun einen Blick ins Innere der Apollo-Kapsel:
Ja, Erfüllung eines alten Menschheitstraumes. Menschen am Mond.
Am 21. Juli 1969 betreten Neil Armstrong und Edwin Aldrin als erste Lebewesen
ein "fremdes" Gestirn. Diese Ereignis war gleichermaßen Höhepunkt
der amerikanischen Raumfahrtbestrebungen als auch ein echtes Stück
Geschichte.
Armstrong und Aldrin erkunden nach ihrem Ausstieg erst einmal die Mondoberfläche, sammeln ein paar Gesteinsproben und stellen einige wissenschaftliche Geräte auf. Diese sogenannten EVA's dauern nicht allzu lange. Apropos, mit EVA braucht sich jetzt niemand von euch angesprochen fühlen - die drei Buchstaben stehen für Extra Vehicular Activity, was soviel wie "Außenbordaktivität" bedeutet. Der kleine weiße Fleck am oberen Bildrand ist übrigens nichts anderes als unsere gute, alte Erde in einer Entfernung von fast 400.000 Kilometern! Während den Apollo-Missionen wurde Wernher von Braun einmal gefragt,
warum das alles notwendig sei. Er hat daraufhin dem Reporter ein Gleichnis
erzählt, das zwar die Raumfahrt nicht mit wissenschaftlichen Argumenten
rechtfertigt, das aber den ethischen Hintergrund eindrucksvoll erklärt.
Wenn ich euch jetzt dieses Gleichnis weitergebe, dürft ihr das natürlich
auch nicht als ein schlagkräftiges Argument auffassen! Aber vielleicht
wird damit der grundlegende Gedanke klar, mit dem Menschen an solche Aufgaben
herangehen... Und zwar hat von Braun gesagt:"In der Steinzeit sind die
Menschen vor ihre Höhlen getreten, sie haben zu den Bergen am Horizont
geschaut und sich gefragt: 'Was ist dort? Was ist hinter den Bergen?' Dann
haben sie sich aufgemacht und sind zu den Bergen gewandert, und sie haben
gesehen, was dort ist. Und heute, da treten wir in die Gärten vor
unsere Häuser, schauen zu den Sternen und fragen uns:'Was ist dort
oben?' Und auch wir werden uns auf den Weg machen, auf den Weg ins All.'
- Zugegeben, der Weg zu den Sternen ist etwas schwieriger und weiter als
der zu den Bergen am Horizont!
Ein letzter Sprung, nun ins Jahr 1991. Zum ersten Mal hat auch Österreich
seinen Mann im All: Franz Viehböck - das ist der schöne Mensch
hier unten...
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